Interview mit Annika Zeifang

Für das heutige Interview konnten wir unsere Rückkehrerin Annika Zeifang gewinnen. Nach einem kurzen Abstecher beim SV Schwarz-Weiß München, hat sie sich entschlossen wieder für die TG Biberach in der Oberliga zu blocken, zu schmettern und Stimmung zu machen!

Doch beginnen wir erst mal von vorn. Wie kamst Du zum Volleyball Anni? Wie hat alles angefangen?

Anni: Der Beginn meiner Volleyball-Reise war eher zufällig würde ich sagen. Bis ich ca. 15-16 Jahre alt war, habe ich bis auf den Schulsport nicht viel mit Volleyball zu tun gehabt. Als mich jedoch mein damals zukünftiger Trainer darauf angesprochen hat, dass ich mit meiner Größe und Zugkraft perfekt ins Volleyball passen würde, entschloss ich mich in der Mixed-Mannschaft von Berghülen anzufangen. In einem VLW-Kader war ich zwar nie, aber dennoch konnte ich mich bis zur ersten Damenmannschaft „hochblocken“ (schmunzeln).

Ein sehr schöner und auch unvorhergesehener Beginn einer Volleyballkariere. Nachdem Du erst später mit Volleyball im Verein angefangen hast, vermute ich, dass Du noch andere coole Leidenschaften hast, denen Du nachgehst?

Anni: Nein, nicht so wirklich bzw. nicht mehr. Vor dem Volleyball habe ich jahrelang Tennis gespielt. Das hat mir damals auch Spaß gemacht. Allerdings habe ich beim Volleyball gemerkt, dass es voll meine Sportart ist und ich es liebe im Team zu spielen. Nach meinem Master will ich nun im „realen“ Berufsleben durchstarten und mein Bestes geben. Volleyball und Beruf ist zwar eine schöne Kombination, gleichzeitig jedoch zeitaufwendig – darum momentan keine weiteren Leidenschaften 🙂

Eine nachvollziehbare Entscheidung. Wir freuen uns natürlich, wenn du dich auf den Volleyball konzentrierst 😉 Du hast gerade eben deinen abgeschlossenen Master erwähnt. Welche Prioritäten gibt es in Deinem Leben. Hat der Volleyball die höchste Priorität?

Anni: Volleyball ist zwar ein wichtiger Teil von mir mit vielen schönen Momenten und Erinnerungen, aber Volleyball hat bei mir nicht immer die höchste Priorität. Für mich ist der Ausgleich sehr wichtig. Während meinen Prüfungsphasen habe ich sehr gerne Volleyball gespielt, um den Kopf freizubekommen. In diesem und vergangenen Corona-Jahr, hat mir das deutlich gefehlt ☹

Meine Master-Arbeit zu schreiben, ohne parallel Volleyball spielen zu können, resultierte immer wieder in unkreativen Tagen am Schreibtisch mit 0 weiteren Seiten für die Masterarbeit (hoffentlich liest mein Chef das Interview nicht). Priorität 1 ist bei mir momentan der Berufseinstieg.  Ich möchte gerne meinen Einstieg gut hinbekommen, zeigen was ich draufhabe und in einem guten Team landen. Anschließend Folgen auf dem ungefähr selben Niveau Volleyball und Freunde. Vorteil dabei ist, dass die meisten meiner Freunde auch Volleyball spielen und deshalb respektieren, wenn ich wegen eines Spieltages mal nicht kann.

Dann drücken wir Dir die Daumen für Deinen Start ins Berufsleben. Beim Aufstieg in der Karriereleiter kannst Du ja versuchen, den ein oder anderen Konkurrenten zu blocken 😉 das bringt mich auf die Frage: Was denkst Du mit welchen Stärken Du das Team verstärken kannst? Auf was dürfen sich die Fans bei Dir freuen?

Anni: Ich denke und hoffe die Fans kennen mich noch, denn ich freue mich endlich wieder mit unseren Fans gemeinsam Stimmung auf das Spielfeld zu bringen. Außerdem denke ich, dass ich das Team mit meinen Stärken in Block & Angriff voranbringen kann. In meiner kurzen Zeit in der Regionalliga in München, habe ich mich auch spielerisch und persönlich weiterentwickelt. Mit den Erfahrungen von dort hoffe ich das Team unterstützen zu können.

Das mit Blocken & Angreifen klingt doch schon sehr gut. Ich habe gehört nicht nur die Fans freuen sich schon darauf, sondern auch deine Mannschaft und alle drumherum. Wenn wir gerade schon bei den Personen um die Mannschaft herum sind, was fasziniert Dich am Volleyball-Sport in Biberach?

Anni: Zum Einen das sehr fordernde und gute Training von meinem Trainer Stefan, welcher ja nun auch schon seit ein paar Jahren hier ist. Er hat mich damals von der Bezirksliga hochgezogen, als ich meinen Bachelor in Biberach gemacht habe. Durch ihn konnte ich eine riesige Entwicklung vorlegen und auch die Mannschaften und der Verein haben sich positiv entwickelt seitdem. Stefan schaut, wie die Mannschaften zusammenkommen und hat zudem eine Vorstellung was passieren soll und welche Spieler*innen was können. Außerdem fördert er immer sehr stark die Jugend! Abseits davon will ich auch noch sagen, dass der Zusammenhalt und die Kommunikation in Biberach sehr gut sind. Die Mannschaften sind nicht nur auf sich beschränkt, sondern ich habe viele Freunde in den anderen Herren/ Damen, oder Mixed-Mannschaften.

Das hört sich nach einem sehr schönen Team-Gefühl im Verein an. Kannst Du vielleicht beschreiben, was es für Dich bedeutet ein Team zu sein und welche Erfahrungen Du damit gemacht hast?

Anni: Team sein bedeutet für mich, dass man sowohl zusammen gewinnt als auch zusammen verliert. Wenn ich einen schlechten Tag hatte, hat mich mein Team in Biberach immer sehr schön aufgefangen. Zudem ist der Saison-Abschluss immer ein sehr schönes Team-Event!

Das muss ein wirklich einzigartiges Team sein. Schade, dass ich nicht mitspielen darf ☹ Zurück zum Wesentlichen: Was war der glücklichste Moment für Dich im Volleyball?

Anni: Mein glücklichster Moment war vor ca. 2-3 Jahren: Bei einem Spieltag saßen ein paar Jugendspielerinnen – ich schätze die Kleinen waren so 10-11 Jahre alt – vor den Garagen und haben uns angefeuert. Sah echt süß aus, weil die Kleinen dieselben Einspiel-Shirts und Jacken wie wir hatten. Nachdem wir das Spiel gewonnen haben, kam eine der Jugendspielerinnen zu mir und sagte „Ich will mal so gut Volleyball spielen wie du!“. Das war unglaublich…und hat mich auch ein klein bisschen stolz gemacht 😊

Vielleicht ist das kleine Mädchen von damals, mittlerweile in Damen III – wer weiß. Nachdem ich Dich gefragt was dein schönster Moment war, möchte ich nun von deiner größten Lehre wissen.

Anni: Am Anfang meiner Volleyball-Reise war ich recht unsicher. Ich hatte immer den Gedanken „Die anderen können schon alles und ich nicht, weil ich später angefangen habe“. Stefan hat mir dann beigebracht, dass ich es erstmal versuchen und nicht gleich sagen soll „Ich kann das nicht“. Das ist mir besonders in München aufgefallen.

Danke für das Teilen dieser Lehre mit uns. Ich denke das geht vielen jungen Spieler*innen so. Wir hoffen derweil auf viele Fans in der kommenden Saison. Kommen dabei Fan-Momente von früher bei Dir hoch?

Anni: Haha ja, da kommen mir natürlich sofort die Erinnerungen mit der „Brigade Biberach“ in den Kopf. Das waren damals Studienfreunde von mir und ein paar anderen Spielerinnen aus Damen I. Die Brigaden-Fans haben sich eigene Shirts gemacht und sind zu jedem Spiel mit Trommeln und einer sehr großen Fahne (mit Kampfbiber drauf) gekommen. Dementsprechend eskalierend war die Brigade dann auch. Bei einem Auswärtsspiel in Rottenburg haben die Jungs eine mordsmäßige Stimmung gemacht.

Der Rottenburger Heimtrommler hat eine immer größere Trommel rausgeholt, weil die Brigade so laut wurde. Die Jungs werteten das währenddessen als Challenge und sangen ihre eigenen Sprüche und Lieder immer lauter und lauter. Nachdem wir angefangen haben mit unseren Fans gemeinsam in die gegnerische Halle zu laufen, kam auch meistens dann die gefühlte Reaktion „Oh, das sind wieder die mit den lauten Fans… ☹“.

Was möchtest Du den Fans, deinem Coach Stefan oder deinen Mitspielerinnen zum Schluss sagen?

Anni: Let’s go! Ich freue mich wirklich sehr auf die kommende Zeit. Bock habe ich auch auf die kommende Saison und kann es nicht erwarten wieder in der Wilhelm-Leger-Halle aufzuschlagen 😊

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