Michael Mader von der Schwäbischen Zeitung berichtet über das Heimspiel am kommenden Samstag der ersten Damenmannschaft:

Die Volleyballerinnen der TG Biberach gehen mit einem veränderten Team in die neue Oberligasaison. Vier namhaften Abgängen steht mit Estella Neudeck nur ein echter Zugang gegenüber. Das Auftaktspiel bestreitet das Team von Interimscoach Patrick Welcker am Samstag um 19 Uhr in der heimischen Wilhelm-Leger-Halle gegen die TSG Reutlingen.

Fast vier Monate hat die Vorbereitung der Mannschaft auf die neue Saison gedauert. Seit dem 8. März hat das Team wegen der Corona-Pandemie kein Pflichtspiel mehr bestritten. Zudem hat es während dieser Zeit Veränderungen gegeben. Trainer Stefan Hecht hatte seinen Abschied verkündet, ebenso wie Kapitänin Franziska Müller. Beide haben sich um entschieden und wollen der Mannschaft weiterhelfen. „Wegen Corona war das Projekt hier irgendwie nicht abgeschlossen“, erklärte Stefan Hecht.

Zudem hat der langjährige Co-Trainer und Biberacher Urgestein Gerd Kehm aufgehört. Hecht ist allerdings wegen eines Trauerfalls in der Familie derzeit nicht als Trainer aktiv. Für ihn hat Abteilungsleiter Patrick Welcker die Trainingsarbeit übernommen. Welcker hat schon in der vergangenen Saison bei Auswärtsspielen mit auf der Trainerbank gesessen. „Es ist absolut keine einfache Situation, aber wir versuchen das Beste draus zumachen“, sagt der 30-Jährige. Die Belastung durch Corona sei schon enorm und jetzt müsse man auch noch eine Zeitlang ohne den Cheftrainer auskommen.

„Seit Anfang dieser Woche haben wir auch die Vorgaben der Stadt Biberach endlich erhalten und konnten unser Hygienekonzept für die kommende Saison umsetzen“, erklärt Welcker nicht ganz ohne Groll. 128 Zuschauer dürfen nun endgültig zu den Heimspielen kommen, die Fans können sich vorab registrieren lassen, müssen es aber nicht. „Wir werden nach 60 Registrierungen den Rest an Plätzen für den Abend frei halten“, so Welcker.

Mit Stefan Hecht sei er fast im täglichen Austausch und habe auch große Unterstützung von Franziska Müller. Die Mittelblockerin wollte eigentlich zum Saisonende aufhören, hat sich aber doch umstimmen lassen. „Ich wollte das Team, das sich ja doch im Umbruch befindet, nicht im Stich lassen“, begründet die 26-Jährige ihre Entscheidung, noch ein Jahr bei den Volleyballerinnen dranzuhängen. Mit Annika Zeifang, Sabine Ludwig, Thais Padial und Cora Liebherr hat die Mannschaft an Substanz verloren. „Wir werden sehen, wie die Saison läuft, aber ich glaube schon, dass wir trotz der Abgänge keine Probleme bekommen werden, weil sich die anderen Spielerinnen in der langen Pause individuell deutlich weiterentwickelt haben.“

Zudem habe auch Natali Gerstmann für ein weiteres Jahr zugesagt. Die mittlerweile 37-Jährige hat noch die glorreichen Zeiten der TG Biberach in der Zweiten Liga erlebt, hat aber auch schon für den Aufsteiger VC Baustetten gespielt, der jetzt wieder neben Bad Waldsee zu den Ligakonkurrenten aus der Region zählt. „Mit Baustetten waren es immer spannende und von Rivalität geprägte Spiele und besonders für die Zuschauer immer interessant“, erinnert sich Franziska Müller.

Neben Müller und Gerstmann müssen sicher Franziska Arendt und Annika Rueff in der kommenden Saison Führungsaufgaben übernehmen. „Alle Spielerinnen sind gefordert“, stellt Patrick Welcker klar. „Oben mitspielen“ wolle man auch wieder, ist Franziska Müller überzeugt von der Qualität des Teams. Dazu komme der einmalige Teamgeist, der auch durch die Abgänge nicht gelitten habe. Einen eindeutigen Favoriten gebe es wegen der langen Pause „eher nicht“, sagen Welcker und Müller übereinstimmend. „Kein Team weiß, wo es steht.“ Gegen Reutlingen zum Saisonstart sollen die Punkte in Biberach bleiben, „auch, weil wir mit diesem Gegner noch eine Rechnung offen haben“, erklärt Müller.

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