Nach der letzten Jahreshauptversammlung, wurde Patrick Welcker erneut für zwei Jahre zum Abteilungsleiter gewählt. Heute stellt er sich im Interview einigen Fragen rund um die neuen zwei Jahre und möglichen Veränderungen:

Patrick, herzlichen Glückwunsch zur Wiederwahl als Abteilungsleiter. Mittlerweile ist die Jahreshauptversammlung schon wieder fast zwei Monate her. Jedoch hat sich in dieser Zeit auch die neue Zusammensetzung im Vorstand sortieren können. Ein paar Vorstandsmitglieder sind gleich geblieben, jedoch kamen auch einige neue Gesichter mit dazu. Wer sind denn die neuen Gesichter und wie stellst du dir die zwei neuen Jahre mit deinem neuen Team vor:

Vielen Dank für die Glückwünsche. Es ist schön, für zwei weitere Jahre das Vertrauen der Abteilungsmitglieder erhalten zu haben und ich freue mich darüber, dass wir unser Vorstandsteam größer aufstellen konnten. Es ist richtig, dass mit Thomas Kimmich, unserer Kassiererin Leni Patsiatzi und mir als Abteilungsleiter fast alle bisherigen Vorstandsmitglieder an Bord geblieben sind. Lediglich Marina Winter musste aus zeitlichen Gründen die Vorstandsarbeit aufgeben. Mit Katja Keppler, Marina Kimmich, Franziska Müller, Gerd Kehm und Christian Mack haben wir gleichzeitig fünf neue Gesichter, die aber bereits seit Jahren in der Abteilung sind und zum Teil auch bereits in den vergangenen Jahren Aufgaben übernommen haben.
Wie bereits erwähnt, freut es mich sehr, dass wir unser Vorstandsteam vergrößern konnten und hoffe, dass dies für Entlastung sorgt. Das vergangene Jahr mit vier Vorstandsmitgliedern war ziemlich knackig und zeitlich sehr intensiv. Da habe ich nun natürlich die große Hoffnung, dass wir mit mehr Personen die Aufgaben besser aufteilen können und so der ein oder andere ein wenig Entlastung bekommt.
Ich denke unser größtes Ziel wird sein, weiterhin unser Motto #BackToTheTop zu verfolgen. Zum
einen wollen wir wieder in höherklassige Ligen zurück, zum anderen aber auch ein Miteinander in der Abteilung, egal ob Jung oder Alt. Hier haben wir zwar vergangene Saison einen tollen Weg eingeschlagen, sind aber noch nicht ganz dort, wo wir hin wollen.
Außerdem bin ich der Meinung, dass wir ein tolles Team bilden, da wir uns alle bereits Jahre kennen und jedem die Volleyballabteilung sehr am Herzen liegt.

Was ist dein Wunsch für die kommenden zwei Jahre und wo willst du mit der Abteilung hin?

Genau gesagt habe ich drei Wünsche. Die Rückkehr in die Regionalliga mit unserer ersten Damenmannschaft ist der Erste. Mit dem zweiten Wunsch wünsche ich mir viele Erfolge für alle Mannschaften unserer Abteilung und vor allem im Jugendbereich die Teilnahme an regionalen oder aber überregionalen Meisterschaften. Mein letzter Wunsch, welcher mir besonders am Herzen liegt, ist das gemeinsame Miteinander, welches ich bereits angesprochen habe. Ziel soll es sein, egal ob Jung oder Alt, Hobby oder aktiver Spieler/innen, die Abteilung durch ein Miteinander stärker zu machen. Es ist zwar nicht immer einfach, aber ich bin optimistisch, dass wir das auch hinbekommen.
Gleichzeitig ist die Überlegung da, auch wieder größere Veranstaltungen, wie Meisterschaften, aus zu richten. Es ist also einiges an Gedanken da, man darf aber auch nicht zu viel verraten.

Wenn du die letzten beiden Jahre reflektierst, was lief deiner Meinung gut und was könnte in den zwei kommenden Jahren verbessert werden?

Blicke ich auf die letzten zwei Jahre zurück, war natürlich die Deutsche Meisterschaft im vergangenen Jahr das überragende Highlight für unsere Abteilung. Zwar haben wir selbst nicht mitgespielt und unseren Nachbarn, der TG Bad Waldsee das Spielrecht geschenkt, dennoch war es ein megamäßiges Aushängeschild für den Volleyballsport und unsere Abteilung.
Zudem haben wir es endlich geschafft eine Vereinskollektion in Verbindung mit dem Ausrüster ERIMA zu erstellen und somit Einheitlichkeit in die Abteilung gebracht.
Hier besteht noch ein wenig Verbesserungsbedarf, wo es einfach noch ein wenig Probleme gab, die wir aber sicherlich gelöst bekommen. Wir müssen dabei vor allem den internen Ablauf verbessern.
Verbessern möchte ich vor allem auch ein wenig mehr die Kommunikation. Wir haben zwar mittlerweile bereits ein tolles miteinander und schaffen es neue Vereinsmitglieder schnell zu integrieren, jedoch hapert´s ab und an noch an kommunikativen Dingen. Aber auch da bin ich sehr optimistisch, dass wir das auch verbessern können.
Es sind Kleinigkeiten. Perfekt ist ja heutzutage auch niemand.

Viele Vereine klagen über Mangel an Nachwuchs im Jugendbereich. Wie versucht die Volleyballabteilung der TG diesem entgegen zu wirken?

Wie viele Vereine an Nachwuchsmangel leiden, kann ich nicht wirklich beantworten. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass es hier allen Volleyballvereinen ziemlich gleich geht. Problem ist hieran, dass Volleyball eine Randsportart ist und auch erst einmal bleiben wird. Die Hoffnung stirbt hier zwar zuletzt, dennoch müssen wir und andere Vereine uns wohl damit abfinden.
Wir als Volleyballabteilung der TG Biberach haben nun zwar seit Jahren intensiven Kontakt zu Schulen aufgenommen und in Unterrichtsstunden der Schulen den Volleyballsport vorgestellt. Sei es an Gymnasien, Realschulen oder aber auch an Grundschulen. Letzteres haben wir vor allem im vergangenen ausgebaut und an fünf Grundschulen jeweils einen halben Tag unterrichtet, was dank eines Projektes des Landesverbandes finanzierbar war. Natürlich wollen wir daran anknüpfen, haben hier aber langsam und sicher Kapazitätsprobleme an Hallen. Es wäre ziemlich schade, wenn wir dadurch solche Projekte sein lassen müssten.

Wie sah die Jugendarbeit im letzten Jahr aus und wie soll sich diese, deiner Meinung nach in den nächsten zwei Jahren weiterentwickeln?

Wie bereits erwähnt waren wir an fünf Tagen im Herbst vergangenen Jahres an Grundschulen unterwegs, um hier Werbung für den Volleyballsport zu machen und natürlich auch die Kinder anschließend für den Volleyball zu begeistern. Hier muss ich einen besonderen Dank an Stefan Hecht und die Spielerinnen der ersten und zweiten Damenmannschaft geben. Sie haben wesentlichen Anteil daran, dass wir überhaupt solch ein Projekt stemmen konnten. Auch mit Hilfe des Landesverbandes, der das Projekt finanziell unterstützt. Auch muss ich sagen, dass das Projekt sehr erfolgreich war und rund 15-20 Kinder nach den Unterrichtseinheiten in Trainingsbetrieb geschnuppert haben und ein großer Anteil von Ihnen mittlerweile fest im Training geblieben ist.
Auch in der Herrenjugend haben wir zusammen mit dem Wieland Gymnasium wieder eine Art Kooperation eingeführt, um auch hier weiter für den Volleyballsport zu werben. Hierzu muss man sagen das unsere Herrenjugend vor knapp zwei Jahren mit fünf bis sechs Kindern angefangen hat und mittlerweile aus zwischen 12 und 15 Kindern besteht.
Blicke ich auf die ganze Jugend, ist hier schon eine positive Veränderung zu sehen. Auch wenn man den Spielbetrieb betrachtet gab es in unterschiedlichen Leistungsklassen, von U12 bis U20 männlich, als auch weiblich Erfolge zu feiern. So waren es Qualifikationen für württembergische Meisterschaften, Bezirksmeistertitel und jüngst am kommenden Wochenende die Teilnahme an den süddeutschen Meisterschaften unserer U13 weiblich.
Jetzt gilt es daran aufzubauen und sich für die nächsten Jahre immer weiter zu verbessern.

Bisher war Damen III immer die Mannschaft des Übergangs aus Jugend zur aktiven Mannschaft, in der besonders talentierte Jugendspielerinnen an die höheren Ligen geführt werden sollten. Bleibt dies so erhalten?

Unsere Damen III – Mannschaft wird auch weiterhin der Übergang bleiben. Sie ist wohl eine der jüngsten Mannschaften die am aktiven Spielbetrieb teilnimmt, wenn man sich die B-Klasse anguckt. Es ist wichtig, dass hier der Übergang früh stattfindet, um so die Ausbildung der Spielerinnen für höherklassige Ligen früh zu beginnen. Mit Gerd Kehm haben wir hier einen Trainer der seit Jahren gute Arbeit leistet und die ein oder andere Spielerin in jungem Alter, für höherklassige Ligen ausgebildet hat. Natürlich muss man dazu sagen, dass wir auch in der zweiten Damenmannschaft einige talentierte Spielerinnen haben, welche bereits ab und an auch in der ersten Damenmannschaft mittrainieren und es hier ebenfalls nur noch eine Frage der Zeit ist, bis man diese komplett oben einbinden kann. Blicke ich auf die letzte Saison zurück haben wir das konsequent über die komplette Saison geschafft und mit zwei ehemaligen Damen II-Spielerinnen nun zwei Spielerinnen, die dieses Jahr im Oberligakader stehen.

Zusätzlich hört man auch immer in allen Sportarten vom Trainermangel. Wie stellt sich diese Situation in eurer Abteilung dar?

Ich glaube grundsätzlich ist das Problem nicht der Sport oder die Sportarten, mehr die Zeit und das Thema Ehrenamt. Immer weniger Menschen wollen sich zeitlich binden oder ein Ehrenamt ausführen, da dies meist sehr zeitintensiv ist. Auch wir hatten vor allem vergangene Saison ähnliche Probleme und gerade für die Jugend keine Trainer oder Helfer gefunden. So war es immer wieder, dass wir Spielerinnen von Damen I und Damen II ins Training der Jugend einbinden mussten um überhaupt einen Trainingsbetrieb stemmen zu können.
Für die kommende Saison haben wir nun aber hier einige Änderungen und einige neue Trainer und Helfer gefunden. Dazu will ich aber vorab noch nichts sagen, da wir noch ein wenig mit der Aufteilung der Hallenzeiten zu kämpfen haben und es dementsprechend kleinere Änderungen geben könnte.

Eine neue Saison bringt oft viele Veränderungen. Stefan Hecht berichtete bereits in einem Interview, dass seine Damen I in der kommenden Saison gut aufgestellt sein wird. Allerdings sieht dies bei Damen II anders aus. Die Mannschaft musste viele Abgänge verkraften. Wie verändert sich damit das Mannschaftsgefüge auch in Bezug auf die Trainerposition und was bedeutet dies für die anderen weiblichen Aktivenmannschaften?

Es ist richtig, dass wir noch Bedarf an Spielerinnen bei Damen II haben und auch weiter suchen werden. Viele Spielerinnen aus der vergangenen Saison haben seit kurzer Zeit das schriftliche Abitur hinter sich und einige dieser wird es aus Biberach wegziehen. Seien es Auslandsaufenthalte, ein Studium oder zeitlicher Mangel, es ist natürlich brutal schade, aber auch ein stückweit absehbar gewesen. Das Problem besteht ja in Biberach nicht erst seit gestern. Dieses Jahr hat es insbesondere die Damen II getroffen. Auch ich werde nicht mehr als Trainer zu Verfügung stehen, da ich es zeitlich nicht gewährleisten konnte, Training zu planen und auszuführen. Und zudem hat mich der Spielgeist wieder gepackt. Mit Sarah haben wir allerdings seit kurzer Zeit nun eine tolle Nachfolgerin gefunden, die das Traineramt übernommen hat.
Für die erste Damenmannschaft, die mittlerweile einen Kader von elf Spielerinnen hat wird es keine wesentlichen Auswirkungen haben. Für die Damen III Mannschaft hingegen wahrscheinlich etwas mehr, da wir hier die ein oder andere Spielerin wahrscheinlich früher als geplant hochziehen werden. Somit entsteht aber wiederum auch wieder Platz für Jugendspielerinnen, früher in den aktiven Spielbetrieb einzusteigen. Hier stehen allerdings noch Trainerbesprechungen aus, um abschließend klare Worte zu sagen.

Auch im Bereich der Herren gibt es eine große Veränderung für die kommende Saison 18/19. Wie sieht diese aus und wie siehst du dadurch die Chance für die Zukunft im männlichen Bereich?

Unsere Herrenmannschaft wird in der kommenden Saison aus einer Spielgemeinschaft mit dem TSV Hochdorf bestehen. Wir haben hier viele Abgänge zu verkraften, da ein Großteil der ehemaligen Herrenmannschaft zum TSV Ertingen gewechselt ist und dies uns auch dankeswerter Weise früh bekannt war. So konnten wir früh planen und haben mit dem TSV eine Mannschaft gefunden, die einerseits in Biberach bekannt ist, da sie aus ehemaligen Spielern der TG besteht, aber andererseits auch eine Mannschaft gefunden haben, die ebenfalls Kaderprobleme hatte und wir nun zusammen in der A-Klasse angreifen werden.
Für die Jugend sehe ich es sehr positiv, da auch hier die Einbindung von Jugendspielern möglichst früh beginnen soll. Ich bin gespannt wie das, ich nenne es mal Projekt, funktioniert, bin aber nach den ersten Trainingseinheiten sehr optimistisch gestimmt und glaube an ein langjähriges Projekt.

Damen I konnte ihren Klassenerhalt sichern und hat ihre Außendarstellung stark verbessern können. Es gibt nun mehr Zuschauer und sogar einen eigenen Fanclub, die „Brigade“. Welches Ziel wird aus Sicht der Abteilung für die kommende Saison erwartet?

Zu aller erst ist das natürlich sehr stark gewesen was die Jungs da angefangen haben und wie sie die Mannschaft selbst auf Auswärtsspielen unterstützt haben. Ein wenig erinnert das an meinen Beginn zum Volleyballsport, als wir damals ebenfalls die erste Damenmannschaft lautstark unterstützt haben. Ich bin mir auch sicher, dass unsere „Brigade“ wesentlichen Anteil am Klassenerhalt hatten.
Für die kommende Saison soll es natürlich Ziel sein, die vergangene Saison aufzuarbeiten und oben mitzuspielen. Wenn wir das schaffen und es um den Aufstieg geht, wollen wir natürlich zurück in die Regionalliga. Wie bereits erwähnt, haben wir hier früh die Kaderplanungen begonnen und nun einen fast kompletten Kader. Seit rund einem Monat trainiert die Mannschaft wieder und wird natürlich wieder alles dafür tun, um das Ziel zu erreichen.

Wenn wir noch einmal die Außendarstellung der Damen I aufgreifen, die vor allem die Abteilung repräsentieren soll, wie siehst du aktuell die Außendarstellung der gesamten Abteilung und die Darstellung für die Sponsoren? Abteilungen leben von den Sponsoren. Vor allem in einem so großen Verein wie der TG Biberach. Deshalb können wir uns denken, dass es dadurch besonders schwer ist, immer wieder neue Sponsoren zu finden, die die Abteilung unterstützen und somit auch die Abteilung am Leben erhalten. Siehst du dort noch entwicklungspotential? Und wenn ja inwiefern?

Mit unserer neuen Internetpräsenz haben wir letzte Saison einen großen Sprung geschafft, eine Änderung in unsere Außendarstellung zu bringen. Ebenfalls sind wir auf Facebook aktiver und unsere Abteilung ist familiärer geworden. Besonders an den Besucherzahlen auf der Homepage und an den Spieltagen haben wir dies vergangene Saison gemerkt. Es ist für mich also eine positive Entwicklung zu sehen, dennoch aber ausbaufähig. Werbung für den Volleyballsport und unsere Abteilung macht sich allerdings nicht von alleine. Wir haben da schon ein wenig Arbeit, auch bereits einige Planungen, aber mehr will ich auch noch nicht verraten.
Sponsoring ist generell immer ein schwieriges Thema. Trotz unseres Abstieges vergangene Saison haben wir es dennoch geschafft, unsere Sponsoren weitestgehend zu halten und freuen uns sehr darüber, dass sie uns auch in schwierigen Zeiten unterstützen. Trotzdem ist es sehr schwer neue Sponsoren zu gewinnen, da Volleyball einfach eine Randsportart ist. Außerdem spielt oftmals auch die Spielklasse eine wichtige Rolle. Auch hier haben wir uns vergangene Saison viele Gedanken gemacht und mittlerweile ein Portfolio aufgestellt, mit welchem wir neue Sponsoren ansprechen wollen. Das Thema wird wohl trotzdem nie einfacher werden, da wir ja auch nicht die einzige Abteilung oder besser gesagt der einzige Verein in Biberach sind. Dennoch muss man immer optimistisch bleiben und ich hoffe, dass wenn wir so weiter machen, auch hier eine positive Entwicklung wahrzunehmen ist.

Wir bedanken uns recht herzlich für dieses ausführliche Interview und die ehrlichen Antworten. Wir wünschen dir und der ganzen Abteilung für die kommenden zwei Jahre und vor allem für die Saison 18/19 alles Gute, viel Erfolg, dass alle Ziele erreicht werden können und sich viele Unterstützer finden, die die Abteilung weiterhin am Leben halten können. Wir freuen uns schon auf das erste Spiel in der Wilhelm-Leger-Halle gemeinsam erleben zu können.

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