Michael Mader, Schwäbische Zeitung Biberach:

Die Volleyballerinnen der TG Biberach haben den Sprung auf den Relegationsplatz in der Oberliga knapp verpasst. Trotz eines 3:2 (22:25, 25:21, 20:25, 25:14, 15:5)-Erfolgs gegen den unmittelbaren Konkurrenten TV Rottenburg bleiben die Biberacherinnen in der Tabelle zwei Punkte hinter den Gästen.

„Wir haben uns alle Chancen auf den zweiten Platz erhalten“, sagte Mannschaftskapitänin Franziska Müller. Denn der Sieg war in der Endphase des Spiels hochverdient, weil die TG ihren Gegner in den Durchgängen vier und fünf klar beherrschte.

Mehr als zwei Stunden musste die TG Biberach auf das Parkett der Wilhelm-Leger-Halle, um den TV Rottenburg zu schlagen. Schade nur, dass die Konzentration nicht hoch genug und insbesondere die Anzahl der Eigenfehler zu Beginn der Partie zu viel war. So konnte der ersatzgeschwächte TVR zwei Sätze gewinnen, die der Mannschaft von Trainer Tim Schöne weiterhin einen kleinen Vorteil im Rennen um Platz zwei verschafft. „Ich bin froh, dass wir trotz der beiden abgegeben Sätze eindrucksvoll zurückgekommen sind und das Spiel noch gedreht haben“, sagte ein unter dem Strich zufriedener Gerd Kehm.

Der eigentliche Co-Trainer der TG war schon während der gesamten Trainingswoche zum Chef aufgestiegen, da Stefan Hecht mit einer starken Grippe das Bett hüten musste. „Ich hoffe, dass er nächste Woche wieder gesund ist, denn dauerhaft ist mir die Belastung zu hoch“, verriet Gerd Kehm, der schon die glorreichen Zweitligazeiten der TG Biberach maßgeblich mitgestaltet hatte. „Wir hatten gut trainiert und uns gut auf den Gegner eingestellt und sind im Lauf des Spiels immer besser geworden.“

Das gilt für den Aufschlag wie für die Annahme, aber auch für die Variabilität des gesamten Spiels. Gleichzeitig musste Rottenburg der intensiven Partie kräftemäßig Tribut zollen. „Wir konnten in den entscheiden Phasen nicht mehr mithalten und Biberach hat verdient gewonnen.“ Rottenburgs Trainer Schöne akzeptierte die Niederlage, dennoch hat sein Team weiterhin die besseren Möglichkeiten, den zweiten Platz hinter Spitzenreiter Fellbach zu verteidigen. „Wenn wir unsere Hausaufgaben machen, können wir es schaffen.“

TG muss auf Ausrutscher hoffen

Davon unbeeindruckt und im Zuge der klaren Leistungssteigerung hat aber auch die TG Biberach die Relegationsrunde keineswegs abgeschrieben. „Das ist absolut unsere Ziel, allerdings müssen wir auf einen Ausrutscher von Rottenburg hoffen und uns selbst keinen mehr erlauben“, machte Franziska Müller deutlich. Auch die Mittelblockerin hatte sich ebenso wie ihre Kolleginnen im Lauf des Spiels deutlich gesteigert. Plötzlich kamen die Bälle besser als noch in den verloren Sätzen eins und drei. Sogar Asse gelangen und Franziska Arendt startete im vierten Durchgang gar eine Aufschlagserie von acht Punkten.

Dazu trafen auch die Angreiferinnen Annika Rueff und Charlotte Elsäßer nun fast nach Belieben. Beide hatten zu Beginn des Spiels noch zu viele Bälle zu lang oder ins Netz geschlagen. So kamen die deutlichen Ergebnisse mit 25:14 im vierten und 15:5 im entscheidenden Durchgang zustande. Die TG hatte Rottenburg nicht nur niedergekämpft sondern am Ende auch spielerisch dominiert.

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